Masterplan Challenge Implementierung
Ein Auslandsaufenthalt als Teil der Lernerfahrung in der beruflichen Bildung (VET) ist in ganz Europa sehr beliebt. Während sich VET-Lernende persönlich und beruflich weiterentwickelten, mussten sie auch globale Kompetenzen und Fähigkeiten für die persönliche und berufliche Zukunft erwerben. Einer der bedeutendsten Aspekte in diesem Zusammenhang waren die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs), da diese den gesamten Lernaufenthalt flankieren. Das Projekt unterstützte die Integration ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit in die berufliche Aus- und Weiterbildung durch die Qualifizierung und Sensibilisierung von VET-Lernenden und -Personal im Kontext von beruflichen Lernaufenthalten im Ausland.
Wir wollten die Umweltauswirkungen von VET-Mobilitäten reduzieren! Unser Ziel war es, weiterhin attraktive Mobilitätsangebote in der beruflichen Bildung zu unterstützen und gleichzeitig die Umweltbelastung durch bewusst nachhaltiges Reisen und Handeln aller Teilnehmenden zu verringern. Insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung bestand das Ziel darin, Lernende auf einen Arbeitsmarkt vorzubereiten, der zunehmend durch die SDGs geprägt ist.
Das Projekt zielte darauf ab, VET-Lernende und VET-Personal für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, sie darüber zu informieren, ihnen einfache Möglichkeiten zur Integration nachhaltigen Handelns in ihren Alltag zu bieten und sie als Botschafterinnen und Botschafter für die Weiterverbreitung dieser Idee zu gewinnen.
Relevanz und Ziele:
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema für junge Menschen in der Erasmus+-Mobilität der beruflichen Bildung, da sie ihnen wesentliche Zukunftskompetenzen vermittelt. Viele aktuelle Berufsprofile erfordern umweltverantwortliche und ressourceneffiziente Arbeitsweisen. Mobilitätserfahrungen ermöglichen es jungen Menschen zudem, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und soziale Verantwortung als internationale Herausforderungen zu erkennen. Sie entwickeln Bewusstsein, reflektieren ihr eigenes Verhalten und wirken als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Schulen und Betrieben. Auf diese Weise tragen sie direkt zu den Zielen des Europäischen Green Deal bei.
Das übergeordnete Ziel des Projekts war es, das Bewusstsein und Verständnis für Nachhaltigkeit bei VET-Lernenden zu stärken, ihnen leicht zugängliche und praxisnahe Möglichkeiten zur Integration nachhaltigen Verhaltens in ihren Alltag zu bieten und sie zu befähigen, als Botschafterinnen und Botschafter in ihren Institutionen und Gemeinschaften zu wirken. Alle geplanten Ergebnisse wurden vollständig erreicht und unterstützten die ursprünglichen Projektziele wirksam.
Umsetzung und Ergebnisse:
Es wurde eine umfassende qualitative und quantitative Analyse des Nachhaltigkeitsstatus quo in den Partnerländern durchgeführt (auf Basis von GreenComp und den SDGs). Dies führte zur Erstellung nationaler Länderberichte und in weiterer Folge zu einem europäischen Referenzmodell (White Paper). Diese analytische Grundlage diente als wissenschaftliche Basis für alle nachfolgenden Ergebnisse: das Trainingscurriculum, die Lehr- und Lernmaterialien, die Lern-App sowie die challenge-basierten Aktivitäten.
Im Arbeitspaket 3 wurden Lernergebnisse für ein Nachhaltigkeitscurriculum in der beruflichen Bildung definiert und in einer detaillierten Kompetenzmatrix strukturiert. Das Curriculum und die Materialien wurden in Form flexibler digitaler Lernnachweise (Digital Learning Credentials) konzipiert. Es wurde eine vollständige Makro- und Mikroplanung der Lernergebnisse entwickelt sowie ein Rahmen für Micro-Credentials, um eine digitale Umsetzung zu ermöglichen.
Diese Umsetzung erfolgte über eine Progressive Web App (PWA), die modular aufgebaute Lerninhalte bereitstellt, die jederzeit auf mobilen Endgeräten zugänglich sind. Die App ist mehrsprachig, frei als Open Educational Resource (OER) verfügbar und erfordert keine Registrierung. Dies bietet insbesondere für VET-Lernende während Mobilitäten einen erheblichen Mehrwert und ermöglicht echtes „Learning by Doing and Going“.
Challenge-Based-Learning-Aktivitäten (WP5):
Die praktische Anwendung der Lernergebnisse wurde durch die nationalen und europäischen Scouts4GreenApp-Challenges demonstriert. Die Teilnehmenden reichten ihre Beiträge über ein digitales Antragsformular ein. Alle Einreichungen wurden von einer unabhängigen Jury bewertet, und herausragende Beiträge wurden ausgezeichnet. Die Preisverleihung während der European Skills Week in Brüssel stellte einen Höhepunkt des Projekts dar und sorgte für hohe Sichtbarkeit.
Der challenge-basierte Lernansatz erwies sich als äußerst effektiv. Er ermöglichte es den Lernenden, reale, offen gestaltete Nachhaltigkeitsprobleme zu bearbeiten, ihr Fachwissen durch authentische Aufgaben zu vertiefen und überfachliche Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und Zusammenarbeit zu entwickeln. Dieser Ansatz stellt ein vielversprechendes Modell für zukünftige Nachhaltigkeitsbildung im Kontext von Mobilität dar.
Erreichung der geplanten Ergebnisse:
Alle intellektuellen Outputs und Aktivitäten wurden erfolgreich entwickelt, umgesetzt und validiert. Das Projekt lieferte qualitativ hochwertige, übertragbare und nachhaltige Ergebnisse, die mit den Zielen der Erasmus+-Mobilität in der beruflichen Bildung übereinstimmen und zur Stärkung von Nachhaltigkeitskompetenzen in ganz Europa beitragen.